Die Tlisiter Straße

Im Rumelner Süden begann der Siedlungsbau 10 bis 20 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg. In der ersten Phase wurde Wohnraum für die Beschäftigten der Zeche "Fritz" geschaffen, in der zweiten dann für die Bayer-Werke. In der dritten Phase wurde Raum geschaffen für die Mitarbeiter von Zechen aus dem Herzen des Ruhrgebiets (Essen), die zu dieser Zeit geschlossen wurden. Die Kumpel fanden dann für einige Jahre einen neuen Arbeitsplatz auf der Zeche "Fritz" und später an anderen Zechen am Niederrhein.
In einer weiteren Siedlungsphase Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre wurden Doppelhäuser und Reihenhäuser gebaut.
Die Strassen dieser Siedlungen wurden benannt nach Städten aus den Ostgebieten des ehemaligen deutschen Reiches.
Beschreibung 1895 von Tilsit nach Meyers Konversationslexikon [ Bearbeiten]
Tilsit, Stadt (Stadtkreis) im preuß. RegBez. Gumbinnen, am
Einfluss der Tilse in die Memel, Knotenpunkt
der Linien Osterode-Memel, Königsberg-Tilsit und Tilsit-Stallupönen der Preußischen Staatsbahn, 10 m über Meeresspiegel, hat 4 evangelische (darunter eine runde
litauische) und eine kath.Kirche, eine Synagoge, 6 Bethäuser, ein schönes Rathaus, ein Denkmal des
hier geborenen Dichters Max von Schenkendorf, ein öffentliches Schlachthaus und (1895) mit der
Garnison (2 Bataillone Infantrie Nr.41 und ein Dragonerregiment Nr.1) 28,217 Einwohner, davon 681
Katholiken und 600 Juden. Die Industrie ist besonders wichtig in Eisengießerei und Maschinenbau,
Hefen- und Spiritus- und Gips-, Kunstwolle-, Chemikalien-, Knochenkohlen-, Seifen-, Kunststein-,
Käse-, Schnupftabaks- und Möbelfabrikation, auch befinden sich dort 5 Dampfmahl- und 10
Dampfschneidemühlen, 2 Ölmühlen, 4 Bierbrauereien, eine Schaumweinfabrik, eine
Holzimprägnieranstalt, eine Kalkbrennerei, Aal- und Lachsfang. Der Handel, unterstützt durch eine
Korporatioon der Kaufmannschaft, eine Reichsbankstelle und neben der Eisenbahn durch die Schiffahrt
auf der Memel, ist besonders bedeutend in Tabak, Holz, Getreide, Steinkohlen, Flachs, Öl,
Schuhwaren etc., auch hat Tilsit besuchte Pferdemärkte. Die Stadt hat ein Gymnasium, ein
Realgymnasium, einen Kunstverein, ein Theater, ein Waisenhaus etc. und ist Sitz eines Landgerichts
und eines Hauptsteueramts. Die städtischen Behörden zählen 39 Stadtverordnete. Zum
Landgerichtsbezirk Tilsit gehören die sechs Amtsgerichte zu Heinrichswalde, Kaukehmen, Ragnit,
Skaisgirren, Tilsit und Wischwill. 4 km
westwärts von Tilsit fängt die Tilsiter Niederung an, ein fruchtbarer Landstrich im Bereich der
Mündungsarme der Memel, der sich N nach S 80, von O nach W 53 km weit ausdehnt und am Kurischen
Haff auch den Forst von Ibenhorst (mit Elentieren) umschließt. Geschichtlich merkwürdig ist
Tilsit durch den am 7. und 9. Juli 1807 von Napoleon I. daselbst abgeschlossenen Frieden zwischen
Frankreich und Rußland , bez. Preußen, welch letzteres die Hälfte seines Gebietes verlor.
Vgl. Aus Tilsits Vergangenheit, 2.Ausgabe, Tilsit 18881892, 5
Teile.

So sieht die Tilsiter Straße in Rumeln heute (September 2007) aus:

Und zum Abschluß wieder das Straßenschild

