MGV Eintracht

 


Aus 130 Jahren Vereinsgeschichte

 

 

 

Geschichte des

 

MGV - Rumeln 1877

 

 



 

 

 

 

Zum Jubelfest

Vor 100 Jahren gründete eine Handvoll entschlossener Rumelner Bürger den MGV Rumeln mit dem Ziele, nach getaner Arbeit noch einige Stunden der Erbauung im Gesang zu finden und darüber hinaus durch die Pflege des Chorgesanges wertvolles Kulturgut zu erhalten.

 

 

Auf dieser Jahrhundertreise hatten Chor- und Vereinsarbeit, bedingt durch mancherlei Unbillen der Zeit, Hindernisse zu überwinden, den verantwortlichen Akteuren und den Sängern alle Entschlossenheit und kluges Handeln abverlangten. In solchen Krisenzeiten fanden sich aber immer wieder Männer bereit, die durch beherztes Zufassen, mit Fleiß, Ausdauer und persönlichen Opfern das schwankende Schiff mit meisterlichem Geschick um die Klippen lotsten und schließlich an das jetzige Etappenziel steuerten.

 

Die Mitglieder des MGV-Rumeln gedenken an dieser Stelle in großer Dankbarkeit der Gründer, Schirmherren und Sänger, ebenso aller Gönner und Förderer unserer Sache, die schon seit der Gründung des Chores erkannten, das nicht alleine dass Ringen um das tägliche Brot im Leben entscheidend ist, sondern dass alles Stürmen und Drängen, alle Hektik der Vergangenheit und Zukunft dennoch Raum lassen sollten, Ruhe, Erbauung und Erholung für den persönlichen inneren Ausgleich und gleichzeitig neue Kraft zu finden.

 

Allen Damen des seit 1967, also jetzt 10 Jahren angeschlossenen Frauenchores gilt besondere Anerkennung und Dank zugleich für ihr tatkräftiges Mitwirken an der Arbeit und der Weiterführung des Chores.

 

So gelten schließlich meine Grüße allen Festteilnehmern. Dem Fest selbst wünsche ich einen harmonischen Verlauf und dem Verein, dass diese Feiertage mehr als ein Meilenstein in seiner Chronik, vielleicht der Beginn einer neuen Entwicklungsstufe zur Erreichung der Ziele sein möge,wie sie der „Deutsche Sängerbund“ in seinem Kulturprogramm als erstrebenswert aufgezeichnet hat. Möge unseren Sängerinnen und Sängern der Fahnenspruch der Gründer

 

 

"Durch das Schöne stets das Gute"

 

 

weiterhin richtungsweisend sein.

 

 

 

 

W. Neukamp.

100 Jahre MGV Rumeln 1877

 

Zum fünften Male seit dem Gründungstag hat der M.G.V. Rumeln 1877 in ganz besonderer Weise festliche Tage vorbereitet. Es gilt, den 100jährigen Geburtstag in rechter Weise zu feiern. Da ist es wiederum geboten, einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte seines Bestehens zu tun, auch derer zu gedenken, die in seinen Reihen standen und in Treue über alle Schicksale der Zeit hinweg das deutsche Lied ins Volk hineinsangen.

 

Eingangs der "Geschichte des M.G.V. Rumeln 1877" im Festbuch zum Goldenen Jubelfest 1927 sind unter dem Wahlspruch der Rumelner Sänger "Durch das Schöne stets das Gute" folgende Ausführungen zu lesen,  die bis zur Gegenwart und darüber hinaus Gültigkeitswert behalten und deshalb an dieser Stelle wiedergegeben werden sollen:

 

"Wenn wir heute, am 50. Gründungsfest unseres Jubelvereins, diesen Wahlspruch, den einst seine Gründer auf ihren Banner schrieben, als Überschrift über seine Vereinsgeschichte und damit über einen Abschnitt der Geschichte des Männergesanges überhaupt setzen, so ist mit diesem Leitwort das Ziel des edlen Strebens angedeutet, wie es der Männergesangsverein zu pflegen stets bemüht war. Liegt doch eine Kraft im Liede, besonders im Volksleide als dem Spiegelbild einer Volksseele, die zur Erziehung zum Guten in hohem Maße berufen ist. Der deutsche Männergesang ist in besonderer Weise in seinen Idealen von einem ausgeprägten nationalen Gedanken beseelt gewesen. Hier lag und liegt immer noch seine eigentliche Triebkraft."

 

Und weiter heißt es:

"Und wir alle behalten in unserer Erinnerung die erhebenden Momente, die der deutsche Männergesang uns im letzten Jahrzehnt in Stunden tiefer äusserer und innerer Nöte schuf." (1.Weltkrieg)

 

Es war die Zeit des wirtschaftlichen und kulturellen Aufstiegs des politsch geeinten Volkes vor gut 80 Jahren, als der Männerchor – als junger Zweig der Liedkunst – besonders aufblühte.  Am sangesfrohen Rhein sind in unserer Zeit die Zehntenjahrfeiern der Männergesangsvereine keine Seltenheit. Es ist ein gutes Zeichen für den damals waltenden Geist der "Grafschafter", sich dem Liede durch den Männerchor zu widmen. Die Moerser Musikpädagogen Ludwig Christian Erk (1826-1835) Seminarlehrer in Moers) und Wilhelm Greef (1833-1875 Organist und Gesanglehrer daselbst) hantten den Boden für das Männerchorwesen über die Grenzen der engeren Heimat hinaus vorbildlich vorbereitet. Der Funke der Begeisterung zündete auch in dem stillen Dörfchen Rumeln, und im Februar 1877 fanden sich sangesfreudige „Burschen“ im Lokale Struck – jetzt Gastwirtschaft P. Heckmann – zur Gründungsver-sammlung ein. Der provisorische Vorstand wurde gewählt und Hauptlehrer Hermann Otten zum Dirigenten auserkoren. Das erste Lied „Abend wird es wieder“ von Chr. H. Rinck war lange Zeit das Liebingslied für Dirigent und Sänger (siehe Anhang). Es hatte sich ein Stamm von jungen Sängern gefunden, der – ohne Unterschied von Stand und Ansehen – in echter Sangesbruderschaft bewusst treu zusammenhielt.

 

Gaststätte Struck

 

Schon der erste Monat des Bestehens gab dem jungen Verein die Satzung. In der Generalversammlung vom 1.Mai 1877 wurde sie endgültig beraten und angenommen. Desgleichen wurde die baldige Anschaffung einer Vereinsfahne angestrebt. Es zeugt von großem Opfersinn der etwa  25 Sänger und Rumelner Sangesfreunde, die den Verein unterstützend (passiv) angehörten oder auch ausserhalb der Mitgliedschaft ihren Obulus für das Banner gaben. Schon im Mai 1879 konnte die Fahnenweihe festlich vorgenommen werden. Das Fest fand im Saale Früen (jetzt Düngen) statt. Die Weiherede hielt Hauptlehrer Freier aus Hochheide.

 

 

Dieses Vereinsbanner ist fast ein Jahrhundertlang als einigendes Symbol den Sängern vorangetragen worden bis auf den  heutigen Tag. Am Jubelfest grüßt die Fahne mit uns die stillen Schläfer unter kühlem Rasen, die sie zur letzten Ruhe geleitete.

 

Laut vorliegendem Protokoll der ersten Jahreshauptversammlung vom 2. März 1878 setzt sich der erste Vorstand des Vereins wie folgt zusammen:

 

 



 

 

Präses:

Bernhard Bäumken